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Interview mit Karl Ulrich
Herrmann, Manager der Sparte Fahrzeugklassiker auf der INVEST
Anlegermesse in Stuttgart

Frage: Oldtimer auf der Anlegermesse – geht dieses Konzept auf?
Karl Ulrich Herrmann: Mit 200 Ausstellern und etwa 14.500 Besuchern
hat die INVEST im Jahr 2009 mehr Resonanz gezeigt als erwartet.
Während ähnliche Veranstaltungen an anderen Messestandorten
Deutschlands abgesagt werden mussten, hat sich die INVEST zur
Anlegermesse Nummer 1 in Deutschland entwickelt. Die Sparte
Fahrzeugklassiker war zunächst ein Test – allerdings mit der festen
Erwartung, dass Oldtimer auf ein großes Publikumsinteresse stoßen.
Dies hat sich mehr als bewahrheitet: Nahezu jeder Besucher schaute
sich die Exponate auf der Präsentationsfläche an, und viele
Interessierte fragten uns dann auch nach den Vorteilen dieser Art
von Wertanlage.
Frage: Wie sieht in diesem Jahr das Präsentationskonzept aus?
Karl Ulrich Herrmann: Das Konzept von 2009 hat sich bewährt und wird
ausgebaut. Neben einer Schau sehr schöner und wertvoller Oldtimer
stehen Repräsentanten verschiedener Oldtimer-Verkaufshäuser für
Gespräche zur Verfügung. Sie informieren über die Vor- und Nachteile
der Autotypen und geben Tipps für den Oldtimer-Kauf. Außerdem bieten
wir einen Expertenvortrag an.
Frage: In welcher Situation sind Oldtimer die richtige Wertanlage?
Karl Ulrich Herrmann: Wenn man einen überschaubaren Teil seines
Vermögens stabil und langfristig anlegen will, sind Oldtimer die
richtige Wahl. Wer allerdings zwischendurch an sein Kapital gehen
muss, der ist mit Oldtimern nicht gut bedient. Denn so begehrt diese
Fahrzeuge auch sind, der Markt ist manchmal sehr träge, und ein
schneller Verkauf funktioniert gar nicht oder nur mit Verlusten.
Frage: Was macht einen Klassiker zur Wertanlage?
Karl Ulrich Herrmann: Die Nachfrage nach gut erhaltenen Oldtimern
wächst, das Fahrzeugangebot jedoch nicht. Diese Situation impliziert
schon eine Wertsteigerung. Dennoch muss man auswählen, welches Auto
man kauft: Viele Fahrzeuge wurden für den Alltagsgebrauch gebaut.
Sie sind zwar alt, haben für die Fans aber eher einen ideellen Wert
und werden niemals in die Klasse der werthaltigen
Investitionsobjekte aufsteigen. Andere Fahrzeuge wiederum haben in
den letzten zehn Jahren eine stürmische Wertsteigerung erlebt – ein
Porsche Carrera 2.7 RS mit Baujahr 1973 stieg in den vergangenen 10
Jahren von knapp 100.000 auf 250.000 Euro. Man fragt also am besten
einen Experten, welche Modelle wertstabil bleiben und welche noch im
Wert steigen. Das ist bei Fahrzeugen nicht anders als im Bereich der
Aktien.
Frage: Gibt es im Bereich der Oldtimer einen neuen Trend?
Karl Ulrich Herrmann: Der Bereich der 20- bis 30-jährigen Fahrzeuge
entwickelt sich sehr interessant. Man hat sogar einen Namen dafür
gefunden – den Youngtimer. Aber auch hier sind es bestimmte Marken
und Modelle, die an Wert gewinnen, beileibe nicht alle Fahrzeuge.
Zunächst einmal kann man davon ausgehen, dass Premium-Fahrzeuge wie
Mercedes und Porsche besser verarbeitet und damit langlebiger sind.
Diese Hersteller haben sich schon auf die Bedürfnisse der
Youngtimer-Besitzer eingerichtet und bieten Ersatzteile und Service
an. Ansonsten muss man eine Nase dafür haben, welche älteren
Fahrzeuge das Zeug dazu haben, Klassiker zu werden –die kann man
dann relativ günstig einkaufen und sich freuen, wenn sie nach
einigen Jahren viel teurer gehandelt werden.
Frage: Sind Sie selbst auch Besitzer von Klassikern?
Karl Ulrich Herrmann: Selbstverständlich. Ich fahre mehrere Oldtimer
und neue Klassiker. Gerade die Youngtimer bieten den Vorteil,
alltagstauglich zu sein. Man kann damit ohne Probleme von Stuttgart
nach Hamburg oder Berlin fahren. Außerdem hat sich bei mir das, was
als Hobby begann, zur Profession entwickelt: Mit der Oldtimermesse RETRO CLASSICS und anderen Veranstaltungen arbeite ich ständig mit
dem und für das Kulturgut Oldtimer. Das macht mir sehr viel Freude.
Weitere Veranstaltungen unter www.retropromotion.de
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