Mehr als 60.000 Liebhaber von historischen und klassischen Fahrzeugen bei der Stuttgarter Oldtimer-Messe / Internationalität legt weiter zu
Die zehnte Stuttgarter Oldtimer-Messe Retro Classics, die am Wochenende zum dritten Mal im Messegelände beim Flughafen stattgefunden hat, ist heute (Sonntag, 14. März) mit Rekordzahlen zu Ende gegangen. Mit mehr als 60.000 Besuchern wurde das bereits exzellente Ergebnis des Vorjahrs um rund zehn Prozent übertroffen. Auch auf Ausstellerseite verzeichnete die Messe mit mehr als 1100 Teilnehmern und rund 3000 ausgestellten Fahrzeugen einen Rekord (2009: 1050 mit 2500 Fahrzeugen). Deren Flächenbedarf hat inzwischen nahezu das gesamte Messegelände mit 100.000 Quadratmeter in Anspruch genommen. Schließlich hat die Internationalität der Stuttgarter Oldtimer-Messe erneut zugelegt, was sich an Besuchern und Ausstellern aus 15 Ländern gezeigt hat. Neue Aussteller kamen zum Beispiel aus Spanien, Portugal und der Türkei, während Besucher aus den Nachbarländern Schweiz, Österreich, Frankreich und Benelux begrüßt wurden. Auch Gäste aus Russland, Tschechien, Polen, England, Portugal oder den Arabischen Emiraten wurden an den Ständen in den acht Messehallen willkommen geheißen.
„Es war eine rundum gelungene Jubiläumsparty, die zehnte Retro Classics ist den hoch gesteckten Erwartungen mehr als gerecht geworden“, freute sich Roland Bleinroth, Geschäftsführer der Messe Stuttgart, der am (heutigen) Sonntagmittag eine erste positive Bilanz zog: „Unsere Oldtimer-Messe hat erneut einen Schub an Qualität, Quantität und Internationalität, was Aussteller wie auch Besucher betrifft, erhalten und ihr ausgezeichnetes Image als Premium-Ausstellung bestätigt.“ Dazu gehörten ein hochwertiges, Kaufkraft starkes Publikum sowie ein eigenes, klares Ausstellungsprofil, das „uns von vielen anderen Oldtimer-Messen unterscheidet.“ Schließlich hätten sich die Besucher nicht nur am Anblick der vielen Fahrzeuge erfreut, sondern „entgegen der derzeitigen Konjunkturlage auch Old- und Youngtimer gekauft“. So habe die Mehrheit der rund 320 Fahrzeuge auf der größtenteils privaten Verkaufsbörse in Halle 6 neue Besitzer gefunden und auch bei den Händlern herrschte große Zufriedenheit. Bereits am Freitag hingen an mehreren hochpreisigen Fahrzeugen die „Verkauft“-Schildchen.
Klaus Kienle, Geschäftsführer der gleichnamigen Automobiltechnik GmbH in Ditzingen und einer der weltweit führenden Mercedes-Restauratoren, brachte es auf den Punkt: „Die Retro Classics ist, wie erwartet, viel internationaler geworden. Viele ausländische Besucher aus Rumänien, Russland oder Katar waren zum ersten Mal hier. Das ist ein ganz neuer Markt. Insgesamt sind wir mit den Besucherzahlen, der Publikumsqualität und mit dem Verkauf sehr zufrieden. Die Messe hat sich so gut etabliert, dass wir uns schon aufs nächste Mal freuen.“ Auch Nick Aaldering, Geschäftsführer von „The Gallery“ aus den Niederlanden, war begeistert: „Wir sind hochzufrieden mit dem Messeverlauf. Es hat mich gewundert, dass bei so schlechtem Wetter derart viele Besucher hier herkamen. Die Qualität der Messe ist erneut gestiegen und zwar gleichermaßen im Hinblick auf Austeller und Publikum. Die Stimmung war toll, die Organisation stressfrei à la Schwaben. Besser kann man sich es nicht wünschen. Wir sind jetzt Stammkunden!“. Und Heinz-Dieter Lankes, Geschäftsführer des gleichnamigen Auktionshauses, konnte sich als neuer Publikumsmagnet keine bessere Premiere in Stuttgart vorstellen: „Wir sind sehr zufrieden, eine schöne Messe. Wir haben 30 bis 40 Prozent unseres Angebots verkauft. Es war unheimlich viel los und wir hatten immer alle Hände voll zu tun. Besonders bemerkenswert fand ich, dass etliche internationale Besucher den Weg hierher fanden. Wir sind exklusiv hier auf der Retro Classics und kommen auch im nächsten Jahr gerne wieder.“
Retro Classics trotzt der Wirtschaftskrise
„Die Jubiläumsveranstaltung der Retro Classics hat der Wirtschaftskrise eindrucksvoll getrotzt. Die Messe sich zum wiederholten Mal als der zentrale Treffpunkt der Oldtimer-Szene in Süddeutschland erwiesen und strahlt inzwischen weit über die Bundesgrenzen hinaus“, sagte Ulrich Herrmann, Organisator der Retro Classics. Der Andrang des Publikums gab ihm recht. Und dieses erfreute sich an 3000 historischen Fahrzeugen auf zwei und vier Rädern sowie an den Sonderschauen wie der „Design-Studien von Mercedes“, „90 Jahre Mazda“, „75 Jahre Jaguar“, der „E-Mobilität – Zurück in die Vergangenheit“ oder der einzigartigen Zusammenstellung von rund 30 Alfa Romeos aus der Privatsammlung Lopresto zum 100-jährigen Geburtstag der Kultmarke. Die Messehalle 4, in der das Thema Motorsport gebündelt dargestellt wurde, hat erneut die Fans von historischen und aktuellen Boliden begeistert. Herrmann: „An diesem Konzept werden wir festhalten und für die Jubiläumsveranstaltung ,125 Jahre Automobil‘ im kommenden Jahr weiterentwickeln.“ Auch der dritte Auftritt der historischen Traktoren und Landmaschinen sowie der Sonderbereich der Nutzfahrzeuge mit der von Konrad Auwärter zusammengestellten Omnibus-Schau kamen ausgezeichnet an. Nicht zu vergessen der internationale Ersatzteilemarkt, dessen 220 Aussteller von Frequenz und Besucherinteresse überwältigt waren.
Stuttgarts Oldtimer-Messe hat sich ein Stammpublikum aufgebaut. Und das war mit der Messe mehr als zufrieden. Insgesamt wollen 99 Prozent der befragten Besucher die Retro Classics weiterempfehlen und 98 Prozent planen zur Retro Classics 2011 zu kommen, davon „definitiv“ mehr als 70 Prozent. Knapp die Hälfte der Besucher ist sich darüber hinaus sicher, dass die Retro Classics im Vergleich zu anderen Veranstaltungen weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Ausgedehnter Messebesuch
Messeattraktionen und Sonderbereiche veranlassten die Besucher zum langen Verweilen in den Hallen; durchschnittlich verbrachten sie fast fünfeinhalb Stunden auf der Messe. Mit gutem Grund, denn die Sonderbereiche und neuen Anziehungspunkte konnten sich sehen lassen. Viele Oldtimer-Liebhaber besuchten den Zweirad-Bereich, in dem die Bandbreite an Motorrädern von den Ursprüngen Anfang des 20. Jahrhunderts bis hin zu aktuellen und historischen Modellen der Marken Ducati, Moto Guzzi, Heinkel, Agusta, Honda, Suzuki oder Harley-Davidson gezeigt wurde. Weitere Publikumsmagnete waren die „Club- und Länder-Hallen“ mit Automarken aus Italien, Frankreich und England; zudem waren spezielle Rennsport-Stände u. a. mit den Traditionsvereinen „Solitude Revival“, Hockenheimring oder dem AMSC Leonberg vertreten.
Hohe Besucherqualität / Mehr ausländische Gäste als im Vorjahr
Einmalig, so die Äußerungen vieler Aussteller, ist das Publikum der Retro Classics, das sich durch hohe Sachkunde und ausgeprägtes Fachwissen auszeichnete. Erste Auswertungen der Umfrageergebnisse bestätigen dies. So liegt der Anteil der Fachbesucher, die aus beruflichen oder geschäftlichen Gründen auf die Messe kamen, bei rund 24 Prozent (ohne „Familien-Sonntag“). Auch das Interesse im Ausland hat nicht nachgelassen. Im Gegenteil: Der Anteil der ausländischen Besucher ist weiter gestiegen. 41 Prozent der ausländischen Besucher stammten übrigens aus Österreich, weitere 38 Prozent reisten aus der Schweiz nach Stuttgart. Daneben gab es einige Gruppen, die mit dem Bus aus dem Elsass, aus der französischen Schweiz oder aus Tschechien zur Retro Classics fuhren.
Pflichttermin für Oldtimer-Fans
Auf dem Grundstein für die Retro Classics, der vor genau zehn Jahren gesetzt worden war, sagte Messechef Bleinroth mit Hinweis auf das einzigartige Ambiente in den neuen Messehallen, könne dank der positiven Resonanz von Ausstellern und des Besucherandrangs aufgebaut werden. Ulrich Herrmann sah dies genau so und ergänzte: „Die Retro Classics hat sich in den Köpfen von Fans und Oldtimer begeisterten Menschen als Pflichttermin festgesetzt und hat sich zu dem zentralen Treffpunkt für alle Oldtimer-Events in Süddeutschland entwickelt. Außerdem nimmt ihre Akzeptanz im benachbarten Ausland ständig weiter zu, so dass wir uns international gesehen auf einem hervorragenden Weg befinden.“ Die Thematisierung der Hallen sei vom Publikum ausgezeichnet angenommen worden, ebenso die Kombination aus Tradition, Mythos Auto und einer passenden Auswahl an Neufahrzeugen, die auf diese Weise die Entwicklung einer Marke dokumentierten. Mit den beiden Schwerpunkten – „Youngtimer“ und „Neo Classics“ (moderne Klassiker) – die im Rahmen der diesjährigen Retro Classics prominent platziert wurden, sei das Besucherspektrum deutlich erweitert worden. Nach den Oldtimern, für die sich 80 Prozent der Besucher hauptsächlich interessierten, stand das Thema Youngtimer mit 50 Prozent an zweiter Stelle vor Ersatzteile/Zubehör (33 Prozent) und Restauration (22 Prozent). Hierbei waren Mehrfachnennungen möglich.
Einzugsgebiet deutlich erweitert / Jeder siebte Besucher aus Bayern
Der offensichtliche Bedarf der Stuttgarter Oldtimer-Messe spiegelt sich in der Herkunft ihrer Besucher wider. 34 Prozent der befragten Messegäste stammten nicht aus dem Raum Stuttgart, sondern kamen aus einem Umkreis von mehr als 100 Kilometer auf das neue Messegelände, neun Prozent nahmen sogar eine Anreise von mehr als 300 Kilometer auf sich. Ihre Wohnorte befinden sich neben Baden-Württemberg in Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, wobei bereits jeder siebte Besucher aus Bayern anreiste. Rund zwei Drittel der Besucher sind wirtschaftlich gesehen im besten Alter zwischen 30 und 60 Jahren, zudem war knapp ein Viertel aller Besucher zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal auf der Retro Classics in Stuttgart.
Die nächste Retro Classics, die Nummer elf, findet vom 10. bis 13. März 2011 im neuen Messegelände am Flughafen statt, wobei der 10. März der Spezialtag („Preview-Day“) für Fachbesucher und Journalisten sein wird.